Tamara Safarova @ open space

«Mister Travchyk» (abgeleitet vom ukrainischen Wort trava für Gras) ist ein Comic-Projekt der ukrainischen Künstlerin Tamara Safarova, das zwischen 2022 und 2025 entstand. Im Zentrum der Arbeit steht die Geschichte einer Figur, die sich anders fühlt und sich auf der Suche nach Zugehörigkeit, Heimat und Verbundenheit befindet. Durch die naive, verletzliche und zugleich offene Hauptfigur setzt sich das Werk mit Themen wie Andersartigkeit, Empathie, Fürsorge und Gemeinschaft auseinander. Zugleich regt es dazu an, über den respektvollen Umgang mit allen Lebensformen nachzudenken – sowohl mit menschlichen als auch mit nicht-menschlichen. Das Projekt begann am 23. Februar 2022, einen Tag vor dem russischen Grossangriff auf die Ukraine. In der Folge entwickelte es sich zu einem künstlerischen Raum, in dem Erfahrungen verarbeitet, Verbindungen aufrechterhalten und neue Formen des Zusammenlebens und der gegenseitigen Fürsorge in Zeiten von Unsicherheit und Wandel erprobt werden konnten. «Mister Travchyk» existiert in unterschiedlichen Formaten, darunter Zeichnungen, Comic-Zines, performative Lesungen und partizipative Workshops. Durch das Zusammenspiel von Bild, Text, Stimme und gemeinschaftlicher Beteiligung wird das Projekt zu einer kollektiven Erfahrung, die Menschen über Geschichtenerzählen, Empathie und Vorstellungskraft miteinander in
Verbindung bringt.

Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des open art museum, St.Gallen im open space im Foyer zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Tamara Safarova
Tamara Safarova (*1992) ist eine ukrainische Künstlerin aserbaidschanischer Herkunft, die in Kiew lebt und arbeitet. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit Fragen von Identität, Erinnerung, kulturellem Erbe, Geschlecht, Trauma und Transformation auseinander. Dabei nutzt sie unterschiedliche Medien, darunter Grafik, Malerei, Comic, digitale Formate und Performance. Safarovas künstlerische Praxis überschreitet anthropozentrische Perspektiven und richtet den Blick auf die Verflechtungen zwischen Mensch, Natur und Umwelt. Den Körper versteht sie als Resonanzraum, in dem Landschaft, Erinnerung und Wandel aufeinandertreffen. Ihre Bildsprache verbindet persönliche Erfahrungen mit mythischen, gesellschaftlichen und politischen Ebenen und ist zugleich in der Natur sowie in den komplexen Realitäten post-sowjetischer und postkolonialer Kontexte verwurzelt.

Ihre erste Einzelausstellung wurde 2022 im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt. Seither waren ihre Arbeiten international zu sehen, unter anderem in Santa Maria delle Grazie (Venedig), im Kühlhaus Berlin, im Rigaer Stadtrat, im Nationalmuseum für ukrainische Volkskunst, im Mystetskyi Arsenal in Kiew sowie im Kunstmuseum Poltawa.

Veranstaltungsort
Open-art Museum
im Lagerhaus, Davidstrasse 44
CH-9000 St.Gallen
Veranstalter
Open-art Museum
Wann?
25.06.2026-27.09.2026

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