Flüstern der Landschaft ANDRÉ SCHWEERS
edes Anhäufen, jedes Ablagern von Material trägt die Spuren menschlichen Handelns in sich. Der einzelne Gegenstand wird aus seiner ursprünglichen Funktion herausgelöst und in einen neuen formalen Zusammenhang überführt. In diesem Prozess wird Gegenwart verdichtet und zum Sediment von Geschichte. Die äußere Struktur der Werke ist dabei nicht nur Form, sondern zugleich Zeugnis dieser Umwandlung und ihr stilles Archiv.
Seit über einem Jahrzehnt bilden Höhlen- und Wabenstrukturen einen zentralen Bezugspunkt im Werk von André Schweers. Prägende Impulse erhielt der Künstler unter anderem auf einer Reise nach Kappadokien (Zentralanatolien in der Türkei), bei der er die Höhlen von Göreme besuchte. Die Begegnung mit diesen archaischen Räumen – Ausdruck eines frühen menschlichen Gestaltungswillens – wirkt bis heute nach. Schweers entdeckt diese Urformen immer wieder neu: auf den Ausgrabungsstätten kretisch-minoischer Kulturen, im historischen Mauerwerk mittelalterlicher Burgen oder in den französischen Taubentürmen, den Pigeonniers oder Colombiers, die sich seit dem Mittelalter als eigenständige architektonische Typologie etabliert haben. Charakteristisch ist ein streng geordnetes Raumsystem, in das die Spuren von Zeit und Vergänglichkeit eingeschrieben sind.
- Veranstaltungsort
- Museum DKM Duisburg
Güntherstr. 13–15
DE-47051 Duisburg-Dellviertel
- Veranstalter
- Museum DKM Duisburg
- Wann?
- 03.06.2026-31.10.2026
